Rathaus

Rathaus

Das Rathaus von Wiesenbronn

Barockbau aus dem Jahr 1724

An der Stelle des heutigen Baues stand ein Rathaus in Stil und Ausführung ähnlich dem von Segnitz. Segnitz war ein Schultheißenamt des Markgrafen Brandenburg Ansbach und eine der vier Dorfherrschaften Wiesenbronns war ebenfalls der Markgraf von Ansbach. Möglicherweise hatten beide Rathäuser den gleichen Baumeister, einen „ansbachischen Unterthan“.

Das alte Rathaus wird in der Dorfordnung von 1588 erwähnt: „Nachdem ein Gemeindt zu Wisenbrun bishero mit keiner andern gefengknus, dann einem Stockh uff dem Rhatthaus zu bestraffung der Freffler ungehorsamen und Mißthetter ihnen den Schuldheißen ein besonder gefengknus bauen zu lassen.“ Dieses „besondere Gefängnis“ wurde dann unter der Rathaustreppe eingerichtet und konnte von allen vier Schultheißen zur kurzfristigen Unterbringung von Straftätern benutzt werden.

Als 1724 das alte Rathaus eingelegt wurde, blieb die überdachte Treppe mit Gefängnis stehen und das Rundbogentor wurde, wahrscheinlich wie gehabt, wieder eingesetzt.

Es ist nicht bekannt, wer der Baumeister des schönen Barockbaues war. Der Bauplan ist nicht erhalten.

Äußerlich blieb der Bau 270 Jahre unverändert. Zwei Geschosse, getrennt durch einen Gurt, werden von einem hohen Walmdach gekrönt. Zwei Erker tragen Uhren, der östliche ein Figurenspiel, Bauer und Häcker, die im Stundenschlag aufeinander einschlagen. Die Freitreppe wurde 1768 renoviert.

Schon 1790 beantragt das Schultheißenamt und -gericht bei den Dorfherrn eine Sanierung, denn der untere Stock war von Salpeter stark angegriffen. Damals wurden die Wappen der vier neuen Dorfherrschaften außen auf die hellgelb gestrichene Fassade „schicklich und lesbar“ aufgemalt.

Daraus geht hervor, dass das Rathaus zur Repräsentation der vier Herrschaften Brandenburg-Ansbach, Castell-Remlingen, Castell-Rüdenhausen, Hochstift Würzburg, diente. Es war Sitz des Schultheißengerichts, des Bürgermeisteramts und des Feldgerichts der Siebener.

Einmal im Jahr wurden die männlichen Haushaltsvorstände zu einem sogenannten „Hochgericht“ an Bartholomäi oder Martini auf das Rathaus geladen. Dieses „Hochgericht“ war eine Art Bürgerversammlung, bei der den Bürgern unter anderem die Dorfordnung von 1588 eingeschärft wurde und Stellen neu besetzt wurden.

Wann die untere Rathausstube in eine Wohnung für den Gemeindediener oder auch für den Hirten umgewandelt wurde, ist nicht bekannt.

In einer Beschreibung aus dem 18. Jahrhundert des Oberamtes Uffenheim, das zu Brandenburg-Ansbach gehörte, wird das Rathaus von Wiesenbronn folgendermaßen erwähnt:

Wiesenbronn, ein GanErben Flecken zwischen Castell und großen – Lanckheim gelegen, worinnen zu finden 1 Gräfl. Castellsche Kirche, 1 Pfarr u. 1 Schulhaus ingleichen ein gemeinschaftl. Rath- u. Hirthenhauß„ Die kleine Halle hinter dem Rundbogenfenster war zuerst Waag u. Kaufhalle, später war sie „Löschrequisitenraum“ für die Feuerwehr.

1851 Innen- u. Außenrenovierung

1858 Bau eines Kanals vor dem Rathaus

1892 wurde nach erhaltenem Plan ein Eichbrunnen eingebaut. Er diente nicht lange zum Eichen von Fässern und Hohlmaßen. Er wurde mit einer Metallplatte abgedeckt, überbetoniert und schließlich stand die Badewanne des Gemeindedieners darauf.

1906 wurden nach dem ebenfalls erhaltenen Plan Toiletten hinten im Hof angebaut. Später wurden sie nach innen verlegt.

Nach dem Untergang des Deutschen Reiches in den Kriegen mit Napoleon 1806 kam das Ende der Dorfherrschaften. Die Wiesenbronner wurden 1814 königlich bayerische Untertanen. Das Rathaus hatte seine Bedeutung verloren. Ganz Bayern wurde zentralistisch regiert. Der Gemeindeausschuss war nur Befehlsempfänger. Die Gemeindeschreiberei und -registratur war im Schulhaus beim 1. Lehrer untergebracht. Erst 1933, als der Hauptlehrer die Räume zu Wohnzwecken forderte, kam die Registratur wieder auf das Rathaus.

1938 stellte der Gemeinderat den Vorraum vor dem Sitzungssaal der Hitlerjugend und dem BdM für Heimatabende zur Verfügung. Erst 1947/48 gab es wieder eine Selbstverwaltung und so wurde im Obergeschoss eine Gemeindekanzlei eingerichtet.

1978 musste sich Wiesenbronn im Zuge der Gebietsreform der Verwaltungsgemeinschaft Großlangheim anschließen, behielt aber immerhin Gemeinderat und Bürgermeister.

Bei der umfassenden Renovierung von 1992 – 94 wurde die Wohnung des Gemeindedieners zum Amtszimmer des Bürgermeisters und zum Archiv.

Eine Eichentreppe führt nun zum 1. Stock, wo ein großzügiger Vorraum direkt in den erheblich vergrößerten Rathaussaal führt. Es entstand ein repräsentativer Raum, nicht nur für die Sitzungen des Gemeinderates und für standesamtliche Trauungen, sondern auch für Empfänge, kulturelle Veranstaltungen und Ausstellungen.

Text: Rosmarie Hofmann

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